Die sieben wichtigsten Saiteneigenschaften

Die Saite ist die Seele des Schlägers. Experten sagen, sie sei genauso wichtig - wenn nicht sogar wichtiger - als der Schläger selbst. Jedoch sind nicht alle Saiten (und alle Bespannungen) für alle Spieler gleich passend.

 

Jeder Tennisspieler hat seine persönlichen Bedürfnisse und Präferenzen.

Haltbarkeit, Gefühl, Beschleunigung, Spin, Kontrolle, Komfort, Spannungsstabilität - das sind die sieben wichtigsten Saiteneigenschaften, die die Leistung einer Saite und damit auch Ihres Spiels ausmachen.

 

1. Haltbarkeit

Gerne wollen wir alle eine Saite mit allen Vorteilen haben. Leider geht z.B. bessere Haltbarkeit zu Lasten von Gefühl und Spielbarkeit. Saiten mit einem größeren Durchmesser und aus einem widerstandsfähigen Material sind haltbarer, aber sie sind auch weniger elastisch als z.B. dünnere Saiten aus Nylon. Wenn einem Spieler eine Nylon-Saite mit einem Durchmesser von 1,30 mm reißt, empfehlen wir ihm eine besonders haltbare Nylon-Saite wie z.B. die MSV SPIN PLUS. Danach empfehlen wir eine Co-Polyester Tennissaite wie die MSV FOCUS-HEX® PLUS 38 oder die MSV FOCUS-HEX® auszuprobieren.

Für Spieler, die sich durch ein besonders aggressives Spiel und hohen Saitenverschleiß auszeichnen gibt es schließlich die Möglichkeit eine Aramid/Kevlar Saite zu nehmen. Die Aramid-Saite MSV TECHNORA 100 NRT wird z.B.  sehr gerne als Längssaite in einer Hybridbespannung mit einer Co-Polyester Saite bespannt.

Wem die Haltbarkeit seiner Saiten am Herzen liegt, sollte sie vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit schützen .

 

2. Gefühl

Tennissaiten mit größerer Elastizität erzeugen beim Schlagen ein softeres Gefühl, da das Saitenbett mehr Energie aufnimmt. Naturdarm und Polyamid (Nylon) Saiten zeichnen sich deshalb durch ein besonders ausgeprägtes Gefühl aus. 
 

3. Beschleunigung

Wenn ein Spieler besonderen Wert auf Beschleunigung (Power) legt, sollte er die Bespannungshärte um 1-2 Kg reduzieren. Das Saitenbett wird stärker einfedern, was dem Ball mehr Energie mitgibt. Natürlich gibt es einen Punkt, an dem diese Gleichung nicht mehr aufgeht und man es mehr mit einem Schmetterlingsnetz zu tun hat. 

Elastizität - das ist der Begriff, der die Fähigkeit der Saite beschreibt, sich auszudehnen und in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuschnellen. Er wird oft auch mit Beschleunigung (Power) gleichgesetzt.

Beschleunigung ist auch eine Frage von Material und Saitenkonstruktion. Das zeigt auch der Test des deutschen Tennis Magazin (veröffentlicht im Oktober 2014). Die MSV HEPTA-TWIST Saite erzielte in diesem mehrmonatigen Test unter 11 Wettbewerbssaiten den Bestewert in den Kategorien Beschleunigung und Spannungsstabilität (während der Spielphase).

 

4. Kontrolle

Je straffer das Saitenbett desto weniger gibt es nach und umso weniger Energie gibt es an den Ball ab. D.h. der Ball fliegt weniger weit als bei einer weicheren Bespannung. Anfänger, die den Ball teilweise noch recht unkontrolliert in alle Richtungen schlagen, haben keinen Vorteil von einer härteren Bespannung. Aber fortgeschrittene Spieler, die vor allem lange Bälle schlagen, können mit einer härteren Bespannung die Länge ihrer Bälle reduzieren ohne ihren Schlag ändern zu müssen. 

 

5. Spin

Eine härtere Saitenspannung erhöht nicht automatisch das Spin Potential, aber sie hat Einfluss auf Saitenverrutschen, Verweildauer des Balls auf der Saite und  die Ballkontaktspanne. Diese Parameter wiederum beeinflussen  die Flugbahn des Balls und das damit verbundene Gefühl für den Spieler.

Mit einer höheren Saitenspannung werden die Schläge beständiger und es ist leichter Topspin-Schläge richtig zu treffen. Wer das eher brettartige Gefühl von hohen Saitenspannung nicht mag, sollte besser mit etwas weniger Spannungshärte spielen und auf eine regelmäßige Bespannung achten, um das Verrutschen der Saiten zu minimieren. 

Es gibt eine ganz wichtige Saiteneigenschaften, die den Spin-Effekt beeinflusst: Es ist die Fähigkeit der Längs-Saite nach dem Eintauchen des Balls in das Saitenbett möglichst schnell zurückzuschnappen (Snapback-Effekt). Wissenschaftliche Untersuchungen von mehreren Universitäten (u.a. in Japan und in Dänemark) zeigen dabei die besondere Bedeutung einer geringen Reibung zwischen Längs- und Quersaite. Eine Untersuchung der dänischen Universität Aalborg hat mehrere Saiten untersucht. Dabei schnitt die runde MSV Co Focus als einzige Saite signifikant besser ab als alle anderen, getesteten Saiten, zu denen auch das sechseckige Pendant, die MSV Focus Hex, zählte. Demnach scheinen runde Saiten mit einer geringeren Auflagefläche zwischen Längs- und Quersaite im Vorteil gegenüber eckigen Saiten zu sein. Der vermeintliche Vorteil von eckigen Saiten sich besser in den Ball hinein beißen zu können und dadurch ein erhöhtes Spin Potential erzeugen zu können, hat sich wissenschaftlich nicht bestätigt. 

 

6. Komfort

Eine geringere Saitenspannung führt zu einem weicheren Saitenbett und einem größeren Sweetspot, was wiederum die Erschütterung für Hand und Ellbogen reduziert. Gleiches gilt für eine weichere Saite wie z.B. die Nylon-Saiten MSV SOFT TOUCH oder MSV SOFT CONTROL. Unter den Co-Polyester Saiten ist die MSV FOCUS-HEX® PLUS 38 die elastischste und armschonendste Saite.

 

7. Spannungsstabilität

Die oben genannten Spieleigenschaften verändern sich, sobald die Saite ihre Spannung verliert. Und dies geschieht schon unmittelbar nach dem Bespannen im Ruhezustand und dann vor allem im Spiel. Deshalb ist es wichtig, dass das Saitenmaterial eine hohe Spannungsstabilität gewährleistet. Dabei halten Polyamidsaiten (z.B. Nylon) die Spannung besser als Co-Polyester-Saiten ebenso Saiten mit einem großen Durchmesser besser als mit einem kleinen Durchmesser. Unter den Co-Polyester Saiten halten die steiferen Saiten die Spannung besser als die elastischeren Saiten.

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